VIEL ZU FRÜH – ERSTES REHKITZ GEBOREN

Thanks to Riley Bartel for the foto (unsplash)Thanks to Riley Bartel for the foto (unsplash)

Winter in Deutschland. Doch trotz der kalten Jahreszeit wurde in der Nähe von Hamburg ein Rehkitz mit seiner Mutter gesichtet – viel zu früh und eine echte Rarität. Denn normalerweise werden Rehkitze erst im Frühling geboren. „Jungtiere kommen vermehrt immer früher im Jahr auf die Welt und reagieren damit auf die veränderten Umweltbedingungen“, erklärt Florian Eiserlo, Diplom-Biologe und Betriebsleiter von VIER PFOTEN TIERART. Die internationale Tierschutzstiftung bittet die Bevölkerung daher um erhöhte Aufmerksamkeit und Rücksicht bei Waldspaziergängen, um Wildtiere nicht zu stören.

Dabei ist es ein Rätsel, warum ein Kitz in dieser Jahreszeit geboren wurde. „Es kann eine physiologische Fehlfunktion sein, krankheitsbedingt oder eben mit dem Klimawandel zu tun haben. Wir haben in den letzten Jahren kaum noch richtig harte Winter erlebt und die pflanzliche Nahrung ist länger verfügbar. Auch bei anderen Tieren beobachten wir eine Verschiebung der Geburten. Es werden jetzt schon Lämmer geboren, die eigentlich erst um Ostern auf die Welt kommen würden. Auch bei Wildkatzen sehen wir ähnliche Entwicklungen und haben beobachtet, dass die Tiere häufig sogar zweimal im Jahr Junge bekommen.“ führt Eiserlo weiter aus.

Das Neujahrs-Kitz aus Norddeutschland mag ein Sonderfall sein, doch es ist nicht auszuschließen, dass in unseren Wäldern noch viele weitere wilde Winterkinder um ihr Überleben kämpfen. Deshalb seid aufmerksam. Und wenn ihr ein Kitz oder ein anderes Jungtier entdeckt, nehmt es nicht gleich auf. Nehm euch stattdessen Zeit und beobachtet das Tier. Denn meistens ist die Mutter in der Nähe. Wer aber ein sehr schwaches oder auch verletztes Tier findet, sollte sich an die nächste Wildtierstation wenden.

Achtet bitte darauf, eure Hunde bei Spaziergängen durch den Wald an der Leine zu halten und bleibt auf den Wegen. So werdet ihr dem Tierschutzgedanken gerecht und tragt euren Teil dazu bei, Wildschaden zu vermeiden.

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