ICH STELLE MICH MAL VOR

Hund JannisIch bin Jannis | Foto: Mensch, Hund und 2022

Ich stelle mich mal vor: Jannis heiße ich. Eigentlich hatte ich den Namen Dexter, aber der gefiel meinen neuen Lieblingsmenschen nicht. Mir ist es egal, ich höre sowieso nicht Jannis, sondern nur das „a“ und das „i“ aus meinem Namen. Der Name Jannis ist bei meinen Lieblingsmenschen sehr positiv besetzt. Sie kennen einen Hund namens Jannis, einen sehr souveränen, der meinem Lieblingsmenschen mal in einer gefährlichen Situation geholfen hat.

Also ich bin Jannis und komme aus Griechenland. Meine Mutter ist eine Pointer-Dame. Meinen Vater kenne ich nicht. Ich höre aber häufig, dass mein Verhalten auf einen Terrier als Vater schließen lässt. Na ja, wer weiß das schon. Ich bin im Oktober 2020 in Griechenland geboren. Richtig, ich bin gerade ein Pubertier, aber mich stört es nicht. Auch habe ich schon bei einer Familie gelebt. Das hat aber nicht so richtig harmoniert. Darum haben Christine und Robert mich letztes Jahr im September zu sich geholt.

Ich kann euch sagen, hier ist was los. Wochentags sind noch andere Hunde bei uns. Ein 15 Jahre alter Pointer, eine Galga und ein Galgo im besten Alter und mein bester Kumpel Lupo. Er ist Bretone und etwas älter als ich. Und meine große Schwester Juli, sie ist eine 11 Jahre alte Deutsch-Kurzhaar-Dame. Juli sagt mir was geht und was doof ist, eben eine große Schwester. Lupo nennen alle den kleinen Lupo. Das liegt daran, dass Robert über 13 Jahre, mit seinem Pointer Lupo zusammengelebt hat. Der muss wohl cool gewesen sein. Er war ein Schulungshund und es wurde in Büchern und in der Zeitung über ihn geschrieben. Um Lupo und Lupo zu unterscheiden, heißt mein Kumpel Lupo bei allen hier der kleine Lupo. Christine und Robert sagen aber, ich muss kein zweiter Lupo werden. Erwachsen und souverän reicht vollkommen aus.

Ich habe ein paar Baustellen mitgebracht. Die mögen Christine und Robert nicht so sehr. Darum übe ich viel mit ihnen, um mich von diesen Baustellen zu verabschieden. Ich fresse gerne Kot. Stimmt, das ist doof und kann krank machen. Auch neige ich zur Eifersucht. Ich gebe es zu, dann verliere ich schon mal die Fassung. Anfangs war ich auch sehr unsicher im Umgang mit Kindern. Das hat sich aber schon gelegt. Wie vielen Hunden aus dem Tierschutz, sind auch mir Männer mit Mützen oder Kapuzen nicht so geheuer. Und was Probleme macht: Ich mag keine für mich fremden Menschen in meinem neuen Zuhause. Obwohl die mich in Ruhe lassen, verunsichert mich das sehr. Die Damen und Herren Zusteller von Briefen und Paketen lasse ich mittlerweile gewähren. Immer anschlagen ist ja auch anstrengend und verärgert meine Lieblingsmenschen. In allen Situationen auf den Zuruf „Bleib“ stehen bleiben, kann ich schon recht gut. Jetzt kommt, wenn die Tage länger werden, auch das Üben von Rückruf und Notruf dazu. Bin mal gespannt wie ein Flitzebogen.

Ich habe großes Glück gehabt, Robert ist so ein ganz aktiver. 3 bis 4 Stunden sind wir jeden Tag unterwegs. Schön ist, dass fast immer meine Freunde und meine große Schwester dabei sind. Mehrmals in der Woche darf ich eine Stunde frei laufen, auf einer superschönen Wiese, die ist 30.000 qm groß und 2 m hoch eingezäunt. Da kann ich mit vielen anderen Hunden sprinten, spielen und buddeln, ohne das ich in Gefahr gerate. Da ist einfach alles erlaubt, was Hunde so als Hobby haben. Ganz ehrlich, das ist tipititop und macht richtig gute Laune.

Allerdings werden alle Aktivitäten bei jedem Wetter durchgezogen. Da ist Robert unerbittlich. Nur Gewitter und Sturm bremsen uns aus.

Neulich hörte ich, dass ich nicht kastriert werde. Puhh, Glück gehabt. Kastrieren ohne medizinische Notwendigkeit ist Sinn befreit, sagt Robert. Dazu gibt es Studien, die leider von vielen Hundemenschen ignoriert werden. Leider auch von Hunde-Profis. Dann würden mir Hormone fehlen, die Unsicherheit, Angst und den Jagdtrieb deckeln. Auch öffnet das Kastrieren die Tür für Erkrankungen. So richtig kann ich das alles nicht erklären. Aber wer mehr wissen möchte kann gerne meine Lieblingsmenschen unter mensch-hund-und(at)posteo.de anschreiben. Dann bekommt ihr alle Infos, die ihr braucht. 

Manchmal, wenn ich aus vollem Lauf aufs Bett springe und mich so richtig albern wälze, schauen mich meine Lieblingsmenschen lächelnd an. Ich glaube, die haben mich lieb. Und wenn ich mal was Blödes mache und meine Lieblingsmenschen verärgere, lese ich trotzdem in ihren Augen – hier kann ich bleiben, hier gehöre ich dazu.

2 Kommentare zu ICH STELLE MICH MAL VOR

  1. Hallo Christine und Robert,
    ich hatte ja schon von Anita,von dem schmerzlichen Verlust im vergenem Jahr gehört. Tut mir Leid. Aber schön das ihr wieder ein neues Familienmitglied habt. Herzlichen Glückwunsch. Ich hoffe ihr habt viel Spass und Glück damit.
    Ich bin mir sicher das es mit viel Arbeit verbunden ist. Aber ich glaube, es wird auch viel Spass machen. Lieber Robert , Du gehst nach wie vor wöchentlich auf die Hundewiese. Wenn das Wetter und Corona es zulässt, werde ich Dich mal auf der Hundewiese besuchen und Deinen neuen Freund begutachten.
    Liebe Grüße von Willi und Anita.

  2. Jannis besser konntest du es kaum treffen. Da hast du großes Glück gehabt.

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