PFERDE IM KARNEVAL

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Dritte Pressemitteilung des Netzwerks für Tiere Köln zum Thema „Pferde im Kölner Rosenmontagszug 2020“

DIE GEFAHR BLEIBT

FÜR TEILNEHMER*INNEN UND BESUCHER*INNEN DURCH PFERDE IM ROSENMONTAGZUG

Das Netzwerk für Tiere Köln (NTK) warnt alle Besucherinnen und Besucher ausdrücklich vor der Gefahr, die von Pferden im Kölner Rosenmontagszug und anderen Karnevals- oder Festumzügen ausgeht. Denn die Stadt Köln sowie das Festkomitee Kölner Karneval werden aus Traditionsgründen nicht auf das Fluchttier Pferd bei Zurschaustellungen wie dem Rosenmontagszug verzichten.

Das NTK rät daher allen Zuschauer*innen von Karnevalsumzügen und ähnlichen Veranstaltungen, Kurvenbereiche zu meiden. Insbesondere mit Kindern sollte man sich nicht in den ersten Reihen am Zug- oder Festweg aufhalten. Zudem sollten Zuschauer*innen darauf achten, dass sie in Paniksituationen problemfrei und schnell den Zuschauerbereich am Zug- oder Festweg verlassen können.

Mit Kopf und Herz setzt sich das Netzwerk für Tiere Köln für das Wohl von Mensch und Tier sowie für ein harmonisches Miteinander ein. Das NTK wünscht allen Jecken schöne Karnevalstage und ein buntes Feiern in den Familien, Vereinen und Vierteln. Dabei sollten bitte alle daran denken, die Gefahr, die vom Fluchttier Pferd ausgeht, zu meiden.

Hier eine unvollständige Aufzählung* von Unfällen mit Pferden und Pferdekutschen im Karneval und ähnlichen Zuschaustellungen in den letzten Jahren:

2019

Beim Karneval in Basel verletzen sich zwei Pferde durch Stürze beim Faschingsumzug.

In Köln gehen wegen einer Sturmwarnung keine Pferde im Rosenmontagszug mit.

2018

Fünf Menschen werden beim Rosenmontagszug in Köln schwer verletzt, als die Pferde einer Kutsche durchgehen.

Ca. 10 Min. später gehen die Pferde samt Kutsche erneut durch und laufen mit dem Kopf voraus in einen als Tribüne genutzten LKW. Nur wenige Meter daneben steht eine Mutter mit ihren Kindern. Die Zeugenaussage der Mutter findet ihr hier.

In Laupheim (Baden Württemberg) geht eine Kutsche mit zwei Pferden bei einem Festumzug in der Innenstadt, durch. Ein dreijähriger Junge wird dabei durch den Huf eines der Pferde am Kopf verletzt.

Während der Fastnacht brennen inReigoldswil (Schweiz) zwei Pferde einer Kutsche durch. Die Tiere reißen sich los, rennen durch das Dorf und ziehen sich dabei mehrere Schürfwunden zu.

2017

Ein Pferd stürzt samt Reiter beim Rosenmontagszug in Köln.

Mehrere Menschen werden Rosenmontag in Bonn bei einem Kutschunfall verletzt.

Beim Schützenfest in Düsseldorf-Gerresheim wird eine Frau am Kopf verletzt als ein Pferd austritt.

In Steglitz (Sachsen-Anhalt) bricht bei einem Erntedankfest ein Zweiergespann aus. Die Kutsche samt Pferden verunfallt. Drei Erwachsene und ein Kind werden verletzt. Die Pferde bleiben bis auf den Panikzustand unverletzt.

2016

In 
Bad Kötzting (Bayern) geht während eines Festtages ein Kaltblütergespann durch. Der Kutscher stürzt und die völlig verstörten Pferde galoppieren durch die zurückweichende Menschenmenge. Der Kutscher und eine Zuschauerin werden leicht verletzt.

In Bayern scheuen zwei Pferde eines Gespanns auf dem Nürnberger Pferdetag. Die Kutscherin stürzt und wird von der Kutsche überrollt. Als die Kutsche kippt, gehen die Pferde durch. Die Kutscherin wird schwer, drei weitere Zuschauer werden leicht verletzt.

In Sebnitz (Sachsen) gehen bei einem Festumzug zwei Pferde durch, die vor eine Kutsche gespannt waren. Das Gespann verletzt einen 72-jährigen so schwer, dass er mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus geflogen werden muss. Der Kutscher wird leicht verletzt.

In Köln gehen wegen einer Sturmwarnung keine Pferde im Rosenmontagszug mit.

2015

In Troisdorf (Nordrhein-Westfalen) gehen während des Herbstmarktes auf Burg Wissem zwei Kutschpferde durch und galoppieren in die Menschenmenge. 22 Personen werden von den Tieren und der Kutsche erfasst und verletzt, vier davon schwer.

2014

In Thüringen gehen bei einem Karnevalsumzug drei Pferde durch. Drei Menschen werden schwer verletzt.

Die Aufzählung ist nicht vollständig und zeigt auch in ihrer Unvollständigkeit, dass das Fluchttier Pferd bei Zurschaustellungen wie dem Kölner Rosenmontagzug eine Gefahr für sich, Teilnehmer*innen und Besucher*innen ist und bleibt.

Ca. 50 Unfälle mit Pferden an Kutschen sind pro Jahr zu beklagen.*

*Quelle Peta Deutschland

Zweite Pressemitteilung des Netzwerks für Tiere Köln zum Thema „Pferde im Kölner Rosenmontagszug 2020“

REITER NEHMEN PFERDE IM ROSENMONTAGSZUG AN DIE KANDARE

Wie angekündigt, wird das Netzwerk für Tiere Köln (NTK) mit der Unterstützung vieler Tierschützer*innen und der Deutschen Juristischen Gesellschaft für Tierschutzrecht e.V. (DJGT) am Kölner Rosenmontagszug 2020 die Qual der Pferde filmerisch dokumentieren und im Nachgang Verstöße gegen das Tierschutzgesetz zur Anzeige bringen. Dabei wird der Fokus auf Schmerzen, Leiden (z. B. Ängsten oder hochgradigem Stress) oder Schäden liegen, die nach § 3 Satz 1 Nr. 6 Tierschutzgesetz bei einer Schaustellung wie dem Rosenmontagszug ohne Beachtung einer Erheblichkeitsschwelle verboten sind.

Die aktuellen Vorschriften für das Mitführen von Pferden im Rosenmontagszug reichen nicht aus, die oben genannten Verstöße zu verhindern. So fehlt beispielsweise das Verbot, Kandaren (scharfe Gebisse) und sogenannte „Rollkuren“ (Hyperflexion/Überdehnung des Pferdenackens) einzusetzen.

Dabei dient die Rollkur der Gefügigmachung des Pferdes durch schmerzhaftes Ziehen des Pferdekinns auf die Brust mit Hilfe der Zügel. U. a. wird dadurch die zum Reiten benötigte Statik des Pferdes aus der Balance gebracht. Zudem werden dem Pferd neben akuten Schmerzen unter Umständen nachhaltige Schäden zugeführt.

Auch die Kandare dient der Kontrolle des Pferdes über Schmerz. Durch Hebelwirkung wird auf Unterkiefer, Zunge und Gaumen Druck ausgeübt, der zu Maulverletzungen bis hin zum Kieferbruch führen kann. 

Die Dokumentation der Verstöße gegen das Tierschutzgesetz wird aus dem Zuschauerbereich geschehen. Das NTK wird dabei zu keinem Zeitpunkt den Ablauf des Rosenmontagszugs stören.

Weitere Details und Informationen findet ihr auf der Website des NTK, www.netzwerk-fuer-tiere-koeln.de.

 

Erste Pressemitteilung des Netzwerks für Tiere Köln zum Thema „Pferde im Kölner Rosenmontagszug 2020“

BÜNDELUNG DER KRÄFTE AM ROSENMONTAGZUG

Mit der Hilfe vieler Kölner Tierschützerinnen und Tierschützer wird das NTK* am Rosenmontag in Köln (24.02.2020) Pferde mit ihren Reitern am Rosenmontagzug vom Aufstellungsplatz bis zum Zugende begleiten. Über Filmaufnahmen werden das Verhalten der Reiter und die Qual der Pferde dokumentiert. Ziel ist es, mit der juristischen Unterstützung der Deutschen Juristischen Gesellschaft für Tierschutzrecht e.V. jeden dokumentierten Verstoß gegen das Tierschutzgesetz anzuzeigen. Weder der Rat der Stadt Köln noch das Festkomitee Kölner Karneval ist Willens, zum Schutz von Teilnehmern, Besuchern und Pferden den längst überfälligen und rechtlich gebotenen Beschluss zu fassen, auf Pferde im Karneval zu verzichten.

*Netzwerk für Tiere Köln 

Über das NTK

Im „Netzwerk für Tiere Köln“ arbeiten verschiedene Tierschutzvereine und -organisationen aus dem Kölner Raum zusammen. Dabei bringt jeder Verein und jede Organisation seine Fokusthemen in das Netzwerk ein. Gemeinsam werden Ziele definiert, die dann auch gemeinsam verfolgt werden. Für das NTK die beste Basis, um sich mit Kopf und Herz für das Wohl von Mensch und Tier und ein harmonisches Miteinander einzusetzen.

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