DIE HUNDE VON EL HIERRO

Foto: El Juaclo, El HierroFoto: El Juaclo, El Hierro

El Hierro ist mit seinen insgesamt 278 Quadratkilometern die weithin unbekannteste und gleichzeitig kleinste Insel der Kanaren. Sie ist per zweieinhalbstündiger Fährfahrt oder mit einer kleinen Propellermaschine von Teneriffa aus erreichbar. Die vom Massentourismus verschonte, wunderschöne Insel ist im Jahr 2000 von der Unesco zum Biosphärenreservat erklärt worden. Und das zu Recht. Denn auf dieser kleinen Insel gibt es die verschiedenartigsten Landschaften und Ökosysteme, geprägt durch ihre drei unterschiedlichen Mikroklimazonen.

Die Herreños – überwiegend Fischer, Viehzüchter oder Obst- und Gemüsebauern – sind so eins mit der Besonderheit ihrer Insel, dass Bio-Qualität, selbst auferlegte Fischfangquoten und Schonzeiten sowie weitläufiges Weideland für sie eine Selbstverständlichkeit sind. Allein die Tatsache, dass über 80 Prozent des Strombedarfs mithilfe einer außergewöhnlichen Windenergietechnologie gedeckt werden kann, zeigt den einzigartigen Einfallsreichtum und Innovationswillen der Herreños. Wer mehr wissen möchte, dem empfehlen wir diesen Film.

Übersehen im Paradies

Aber auch in diesem Paradies werden – wie so oft – die Hunde vergessen. Wären da nicht Karin Kamm und ihre Mitstreiterinnen und –streiter des Tierschutzsvereins El Juaclo auf El Hierro.

„Wir kümmern uns um Hunde, die aus den verschiedensten Gründen zu uns kommen. Die meisten Juaclo-Hunde werden bei Nacht und Nebel „vor die Tür“ gestellt, am Gitter der Perrera angebunden oder sogar über den Zaun geworfen. Einige werden von ihren Besitzern gebracht, weil sie sich nicht mehr kümmern können oder die Insel verlassen und ihren Hund nicht mitnehmen wollen oder können. Die Polizei bringt uns die Hunde, die oft wochenlang über die Insel stromern und endlich eingefangen werden konnten.“, berichtet uns Karin Kamm.

Angekommen im Juaclo

Nach der Aufnahme im Tierheim werden alle Hunde entfloht, entwurmt, geimpft und, falls nötig, medizinisch versorgt. Wenn sich die Tiere dann seelisch und körperlich einigermaßen erholt haben, werden sie gechipt und kastriert und erhalten einen nationalen oder europäischen Ausweis, in dem alles dokumentiert ist.

„Ich freue mich sehr, wenn unsere Hunde hier oder auf den Nachbarinseln ein neues Zuhause finden und es wäre schön, wenn die Zahl der hiesigen Vermittlungen weiter wachsen würde.“, wünscht sich Karin Kamm, wohl wissend, dass die Vermittlung vor Ort nicht immer ohne Kritik bleibt.

Sie sagt, „wollen wir eine anhaltende Veränderung im Umgang mit Hunden bei allen Herreños erreichen, wäre es wenig hilfreich, sie bei der Vermittlung der Hunde außen vor zu lassen.“

Für Vermittlungen nach Deutschland, Österreich oder in die Schweiz nimmt der bürokratische Aufwand leider immer mehr zu und die sich ständig ändernden oder neuen Gesetze sind eine Herausforderung. Auch das Buchen der Boxenplätze bei den Fluglinien wird immer komplizierter und teurer, teilweise zahlt der Hund für seinen Flug mehr als sein Flugpate. Dabei ist der Start ins neue Leben für die in den deutschsprachigen Raum vermittelten Hunde von El Hierro schon allein deshalb schwieriger, da sie von El Hierro erst einmal mit der Fähre nach Teneriffa gebracht werden müssen.

Ein toller Erfolg

Unter diesen Voraussetzungen sind die Vermittlungserfolge von El Juaclo mehr als bemerkenswert. So konnte in den vergangenen beiden Jahren für 113 Hunde ein neues Zuhause gefunden werden. 14 Hunde fanden auf El Hierro oder auf Teneriffa ein neues Zuhause. 91 Glücksfelle haben die Reise nach Deutschland angetreten, 6 bekamen in Österreich ihre eigene Familie, zwei durften in die Schweiz reisen.

Tolle Erfolge müssen finanziert werden. Und das geht beim Juaclo überwiegend durch Mitgliedsbeiträge und Spenden. Darüber hinaus nehmen die ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen regelmäßig an Wochen- und Flohmärkten teil. Wer mehr dazu wissen möchte, wirft einen Blick auf die Website von El Juaclo.

Mitglied bei Teaming

Seit vergangenem Jahr ist El Juaclo Mitglied bei Teaming. Dabei handelt es sich um ein Tool, mit dem Micro-Spenden in Höhe von einem Euro monatlich für wohltätige Zwecke generiert werden können. Die Idee dahinter? Dass man zwar alleine mit einem Euro nicht viel bewegen, aber mit vielen Gleichgesinnten Großes bewirken kann. El Juaclo freut sich zur Zeit über 104 Teamer und wünscht sich für 2018, die 200 zu knacken. Wer dabei sein möchte, kann sich gleich hier anmelden.

„Mensch Hund und“ gehört seit heute auch zu den Teamern und unterstützt die übersehenen Hunde von El Hierro.

Die schönsten Momente

Barbara Kochherr von El Juaclo bringt es auf den Punkt: „Die schönsten Momente für das gesamte Team sind die, in denen wir merken, dass unsere Energie, unsere Arbeit und die finanziellen Mittel helfen. Dass die übersehenen Hunden von El Hierro in einem schönen neuen Leben angekommen sind.“ Dies zeigen auch die vielen Fotos, Videos und Berichte, die die neuen Familien der El Hierro Hunde dem Team von El Juaclo zukommen lassen.

1 Kommentar zu DIE HUNDE VON EL HIERRO

  1. Ein Euro im Monat kann wohl fast jeder aufbringen

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