SONNENZEIT – ODER WIE HUNDE IN AUTOS QUALVOLL STERBEN

Foto: Initiative "Mensch Hund und"Foto: Initiative "Mensch Hund und"
Endlich ist es auch in diesem Jahr soweit: Was haben wir auf den Frühling gewartet! Vögel zwitschern und die ersten bauen ihre Nester. Die Tage werden länger. Bäume schlagen aus. Hummelköniginnen suchen summend ihre neuen Behausungen …
In diesen Tagen genießen wir die Sonnenstrahlen und zeitgleich wächst die tödliche Gefahr für unsere Hunde. Es braucht keine Hundstage im Sommer, um Hunde elendig in Autos den Hitzetod sterben zu lassen. Angenehme Außentemperaturen von 15 Grad bei strahlendem Sonnenschein reichen aus, um ein Auto innerhalb von wenigen Minuten auf weit über 40 Grad aufzuheizen. (An heißen Sommertagen werden es sogar schnell an die 70 Grad!) Eins oder mehrere, leicht geöffnete Fenster ändern nichts an den tödlichen Innentemperaturen. Auch das Abstellen von Autos in Schattenbereichen hilft da wenig. Die Sonne wandert und trifft sie auch nur ein Teil des Autos, wird der Brutkasten auf vier Rädern schnell zur Hitzefalle.
Hunde haben nur wenige Schweißdrüsen und können sich deshalb nur über das Hecheln abkühlen. Und das bedeutet, sie können im heißen Wageninneren ihre Körpertemperatur nicht mehr regulieren. Die Folgen: Sie erleiden irreparable Organschäden oder einen Herzstillstand. Wie auch beim Menschen, kann es auch Stunden nach einem Aufenthalt in einem überhitzten Fahrzeug noch zu tödlichen Folgen kommen.
Wenn ihr einen Hund an einem Sonnentag in einem Auto seht, bleibt bitte stehen und handelt:
Wirkt der Hund schon apathisch oder panisch mit starkem Hecheln? Dann ist schnelles Handeln vonnöten. Für uns ist es keine Frage, wir schlagen eine Seitenscheibe ein, befreien den Hund, versuchen ihn mit handwarmen, feuchten Tüchern zu kühlen und ihm Wasser in den Fang zu träufeln und bringen ihn schnellstmöglich zu einer tierärztlichen Notversorgung. Parallel informieren wir telefonisch die Polizei. Eine etwaige Anzeige wegen Sachbeschädigung nehmen wir dabei billigend in Kauf. Wir selbst stellen einen Strafantrag gegen den Verantwortlichen wegen seines Verstoßes gegen den § 17 des Tierschutzgesetzes.

§ 17 Tierschutzgesetz

Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer

  1. ein Wirbeltier ohne vernünftigen Grund tötet oder
  2. einem Wirbeltier aus Rohheit erhebliche Schmerzen oder Leiden oder länger anhaltende oder sich wiederholende erhebliche Schmerzen oder Leiden zufügt.

Wirkt der Hund noch ansprechbar? Dann könnt ihr – zum Beispiel auf Parkplätzen von Geschäften vorab versuchen, den Halter des Fahrzeugs ausfindig zu machen. Seid dabei laut und stellt Öffentlichkeit her. Ist der Besitzer des Wagens nicht schnell aufzufinden, ruft die Polizei! Sie ist verpflichtet, den Hund aus der tödlichen Falle zu befreien. Allerdings müssen wir aus Erfahrung schreiben, dass wir in ähnlichen Situationen bis zu 30 Minuten auf die Polizei gewartet haben. Zudem mussten wir beobachten, dass sich Polizisten mitunter schwertun, an einem Fahrzeug die Scheibe einzuschlagen. In dieser Zeit kann sich der Zustand des Hundes drastisch (im schlimmsten Falle bis zum Tod) verschlechtern und ihr steht vor der Entscheidung: Handeln oder den Tod des Hundes in Kauf nehmen.

Zu den Anzeichen, an denen ihr erkennt, dass sich ein Hund in akuter Lebensgefahr befindet, gehören:

– starkes Hecheln, Taumeln, Erbrechen
– eine dunkle Zunge
– glasiger Blick
– Nervosität oder sogar Panik
– Apathie
Dies können auch Anzeichen dafür sein, dass der Hund bereits einen Hitzschlag erlitten hat! Eine notärztliche Versorgung ist zwingend und sofort erforderlich!
Erste-Hilfe-Maßnahmen für einen Hund, der aus einem heißen Auto befreit wurde: Bringt den Hund in den Schatten und träufelt ihm Wasser in den Fang. (Das Wasser darf nicht eiskalt sein!) Zusätzlich sollte der Körper des Hundes mit handwarmem oder leicht kühlem Wasser gekühlt werden. Anschließend muss der Hund umgehend zum Tierarzt. Denn auch wenn sich sein Zustand durch die Erste-Hilfe-Maßnahmen scheinbar verbessert hat, kann sich der Zustand des Hundes noch Stunden später kritisch verschlechtern. Eine notärztliche Versorgung ist in allen Fällen unverzichtbar!

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