ZECKENSCHUTZ OHNE NEBENWIRKUNG

Keine Zecke, sondern ein hübscher Käfer ...Keine Zecke, sondern ein hübscher Käfer ...

Jetzt haben wir noch kalte Füße, aber schon bei Temperaturen um die acht Grad werden Zecken aktiv.

Die populäre Annahme geht davon aus, dass es beim Hund 7 Erkrankungen gibt, die durch Zeckenbisse übertragen werden können. In Deutschland kommen die Erreger in den Zecken regional unterschiedlich häufig vor. Hier kommt es zu gravierenden Unterschieden. In den Populationen liegt die Anzahl der Zecken, die diese Erreger in sich tragen, zwischen 5 und 90 Prozent. Sehr häufig bleiben Infektionen nach Bissen unbemerkt, da die Hunde keinerlei Symptome zeigen. Zu den Krankheiten, die von Zecken übertragen werden, zählen (populäre Annahme): die Anaplasmose, die Babesiose, die Borreliose, die Ehrlichiose, FSME, die Hepatozoonose und die Zeckenparalyse.

Impfen ja oder nein?

Die konventionelle Veterinärmedizin bietet zur Vorbeugung dieser durch Zecken verursachten Erkrankungen Impfungen an. Jedoch gibt es bis heute keine verlässlichen Daten und Erfahrungswerte, die darauf hinweisen, dass diese Impfungen tatsächlich wirken bzw. vorbeugen. Im Gegenteil, diese Impfungen haben – nachgewiesenerweise – eine Reihe von Nebenwirkungen. Dies ist der Grund dafür, dass wir unsere Hunde nicht gegen Zecken impfen lassen. Insbesondere junge, alte und kranke Hunde laufen Gefahr, durch einen „Impfunfall“ massiv geschädigt zu werden. Nur um klarzustellen: Wir sind keine Impfgegner. Unsere Hunde sind mit Impfungen gegen die Erreger grundimmunisiert, die tatsächlich in unseren Breiten vorkommen. Zudem hat der Impfstoff bei diesen Impfungen nachgewiesener Maßen eine Wirkung mit maximal niedrigen Impfnebenwirkungen. Dabei heißt grundimmunisiert auch, dass die Wirkung der Impfung sieben bis vierzehn Jahre anhält. Somit sind – egal um welchen Impfstoff es sich handelt – jährlich wiederholte Impfungen nicht notwendig. Mehr zum Thema „Impfen“ könnt ihr im Buch „Hunde impfen – Der kritische Ratgeber“ von Monika Peichl lesen.

Zurück zu unseren Zecken. Schauen wir uns die oben genannten 7 Erkrankungen bzw. Erreger an:

Anaplasmose – Diese verläuft beim Hund oft unbemerkt. Sie kann in seltenen Fällen Fieber oder Nasenbluten auslösen und wird mit einem Antibiotikum behandelt.

Babesiose – Die Babesiose wird auch Hundemalaria genannt. Sie führt zu plötzlichem, hohem Fieber und einem schlechten Gesamtbefinden. Auch Blutarmut und ein bräunlich verfärbter Urin sind Anzeichen. Sie kann zum Tod führen und hyperakut ablaufen. Bei einem schnellen Aufsuchen eines Tierarztes ist die Babesiose mit dem Wirkstoff Imidocarb (Handelsname Carbesia) gut behandelbar.

Borreliose – Auch bei der Borreliose bleibt in den meisten Fällen die Infektion unbemerkt und die Hunde zeigen keinerlei Symptome. Da die Borrelien erst 24 Stunden nach dem Festbeißen der Zecken übertragen werden, reicht hier in der Regel schon ein Absuchen des Hundes und zügiges Entfernen der Zecke als Prophylaxe aus. Derzeit gilt Arthritis als einziges klinisches Symptom einer Borrelioseerkrankung beim Hund. Borreliose ist mit dem Antibiotikum Doxyzyklin behandelbar.

Ehrlichiose – Die Ehrlichiose zeigt sich beim Hund verschiedenartig. Unter anderem sind Abgeschlagenheit, Atemnot, Schwellung der Lymphknoten, schleimiger Nasenausfluss, Erbrechen und Überempfindlichkeit zu beobachten. Auch hier ist ein sofortiges Aufsuchen eines Tierarztes nötig. Die Ehrlichiose kann mit einem Antibiotikum behandelt werden. Die Zecken übertragen die Ehrlichiose ca. drei Stunden nach dem Festbeißen. Also auch hier ist ein frühzeitiges Absuchen und Entfernen der Zecke eine wichtige Prophylaxe.

FSME – FSME kommt bei Hunden hochselten vor und zeigt sich mit Fieber und neurologischen Störungen (z. B. epileptische Anfälle, Übererregbarkeit, Bewusstseinseintrübung, Schmerzen, Bewegungsstörungen oder Reflexbeeinträchtigungen). Auch hier ist eine schnelle Antibiotikumgabe erforderlich. ABER VORSICHT: Wirklich bewiesen ist es nicht, das FSME auf Hunde übertragbar ist, zumal Teile der Fachwelt davon sprechen, dass nur große Hunde von FSME befallen werden können. Solche Aussagen hinterlassen uns sehr skeptisch.

Hepatozoonose – Die Hepatozoonose kommt nur im Mittelmeerraum vor. Die Symptome variieren sehr stark und hängen davon ab, welche Organe betroffen sind. Zu den Symptomen zählen: Fieber, Blutarmut, Abmagerung, Lymphknotenschwellungen, Nasen- und Augenausfluss, blutiger Durchfall, Muskelschwäche und ein steifer Gang. Zur Übertragung muss der Hund eine infizierte Zecke verschlucken. Deshalb ist angeraten, beim Beobachten von Symptomen sofort einen Tierarzt aufzusuchen. Bitte erkundigt euch schon bei der Ankunft an eurem Urlaubsort, wo der nächste Tierarzt ist.

Zeckenparalyse – Die Infektion durch die Zeckenparalyse (Nervengift, das im Speichel der Zecke vorkommen kann) führt zu einer Lähmung, die an den hinteren Gliedmaßen des Hundes beginnt und sich bis auf die Atemorgane ausweiten kann. Wichtig ist auch hier (wie bei allen Zeckenbissen), die Zecke sofort zu entfernen, sobald man sie entdeckt hat. Alleine das frühzeitige Entfernen der Zecke kann schnell zu einer Linderung der Symptome führen. Trotzdem ist ein sofortiges Aufsuchen eines Tierarztes dringend angeraten.

Die richtige Prophylaxe

Nachdem wir jetzt die bösen Erreger kennengelernt haben, ist es sicherlich so, dass einige unter euch Befürchtungen haben, dass sich euer Hund mit einem dieser Erreger infizieren könnte. Das ist verständlich und macht es umso wichtiger, darüber nachzudenken, welche Prophylaxe die richtige sein könnte. Nachdem wir jetzt wissen, dass Impfungen eben auch zu „Impfunfällen“ führen können und nachgewiesener Maßen (wenn überhaupt) nicht vor allen Erregern schützen können, braucht es eine verlässliche Vorgehensweise.

So verhalten wir uns in puncto Zecken.

Nach jedem Spaziergang suchen wir unsere Hunde intensiv nach Zecken ab. Finden wir eine Zecke, wird sie mit einer Zeckenzange entfernt. Dabei macht es schon einen großen Unterschied, in welchen Bereichen sich unsere Hunde bewegen. Zecken sind überwiegend an Wald- oder Buschrändern beheimatet. Somit sind Hunde, die viel im Unterholz unterwegs sind mehr befallen als die, die sich enger beim Menschen aufhalten und Wald- und Buschränder meiden. Auch haben wir immer eine Zeckenzange dabei. So können wir auch unterwegs sofort reagieren und die Zecken auf unseren Hunden entfernen.

Spot-Ons enthalten pures Nervengift.

Veterinäre und der Tierbedarfshandel bieten Zeckenhalsbänder oder Lösungen (so genannte Spot-Ons) an, die Zecken nach dem Festbeißen verenden lassen. Lasst es uns ganz klar sagen, diese Mittel halten Zecken nicht von Hunden ab, sondern die Zecken werden durch das Aufnehmen eines NERVENGIFTS getötet. Und dieses Nervengift wird den Hunden durch Halsbänder und Spot-Ons kontinuierlich über die Haut zugeführt. Diese Nervengifte schädigen unsere Hunde mehr als dass sie in der Zeckenprophylaxe nutzen. Es braucht kein Studium der Veterinärmedizin, um zu der Erkenntnis zu gelangen, dass die Gabe von Nervengiften über Jahre zu massiven Schäden an Organen und/oder dem Nervensystem führen kann. Aus diesem Grund raten wir euch dringend von Zeckenhalsbändern und Spot-Ons ab.

Gute Augen, Zeckenzange und Kokosöl sind für uns die Mittel der Wahl.

Wir bestreichen das Fell unserer Hunde zweimal am Tag im Abstand von sechs Stunden im Nacken und an der Rutenwurzel mit insgesamt einem halben Esslöffel Kokosöl. Das Kokosöl führt dazu, dass Zecken Hunde in der Regel meiden oder, wenn sie sich einmal auf dem Hund befinden, ohne sich festzubeißen wieder abspringen. Aber warum und wie wirkt Kokosöl gegen Zecken? Das Öl weist einen sehr hohen Laurinsäuregehalt von bis zu 60 Prozent auf. Laurinsäure ist eine mittelkettige Fettsäure, die bei der Abwehr von Zecken hilft. Labortests der FU Berlin zeigen, dass zwischen 81 und 100 Prozent der Minitierchen sich bereits von einer Lösung mit nur 10 Prozent Laurinsäure abhalten lassen beziehungsweise wieder abspringen. Die schützende Wirkung der Laurinsäure hält in der Regel über sechs Stunden an.

Unsere Erfahrung belegt die Wirkung von Kokosöl.

Um es genau zu wissen, haben wir an zwei unserer Hunde in den Jahren 2016 und 2017 eine Statistik unter Gabe von Kokosöl geführt. Der eine Hund (Hund L.) bewegt sich viel in Bereichen, in denen vermehrt Zecken vorkommen, der andere Hund (Hund J.) weitaus weniger. Da Zecken wie gesagt ab circa acht Grad Celsius aktiv werden und in den Monaten April bis Juni besonders aktiv sind, haben wir die Statistik genau über diese warmen Monate hinweg geführt.

Dabei konnten wir Folgendes feststellen: Unser Streuner (Hund L.) wurde in den Monaten April und Mai 2016/2017 von jeweils drei Zecken gebissen, im Juni 2016 von fünf Zecken, im Juni 2017 von drei Zecken. In den Monaten Juli, August und September 2016 wurde Hund L. von jeweils einer Zecke gebissen, im selben Zeitraum des Jahres 2017 nur von einer einzigen Zecke. Im Oktober kam es 2016 und 2017 zu keinem Zeckenbiss. Unsere Hackenläuferin (Hund J.) wurde im April 2016 keinmal gebissen, im April 2017 einmal. In den Monaten Mai bis Oktober 2016 wurde sie insgesamt viermal gebissen, im selben Zeitraum 2017 nur zweimal.

Unsere Hunde sind kerngesund.

Bei beiden Hunden wurden alle Zecken innerhalb von zwei Stunden entfernt. Beide Hunde sind kerngesund. Damit sagt uns diese Statistik, dass insbesondere die Hunde, die sich nicht viel im Unterholz oder an Buschrändern bewegen, kaum gefährdet sind und eine Kokosölprophylaxe und das sofortige Absuchen des Hundes vollkommen ausreichend sind. Bei Hunden wie unserem Streuner (Hund L.) ist das Risiko einer Infektion sicherlich höher, aber dennoch so gering, dass neben der richtigen Kokosölgabe das sofortige Absuchen des Hundes sowie das Meiden von Zeckenbereichen in den besonders Zecken aktiven Monaten Mai und Juni als ausreichende Prophylaxe angesehen werden kann. Bei allen Hunden sollten festgebissene Zecken sich nicht länger als zwei Stunden auf dem Hund befinden.

Zwei Beobachtungen sind aus unserer Sicht noch bemerkenswert. Die äußerliche Anwendung von Kokosöl führt an den bestrichenen Stellen zu einem öligen und wohlriechenden Fell.

Kokosöl eignet sich auch zur Wurmprophylaxe.

Neben der äußerlichen Anwendung geben wir unseren Hunden über das ganze Jahr hinweg einmal täglich jeweils einen Teelöffel Kokosöl in die Mahlzeit. Das führt dazu – wie Kotproben unserer Hunde belegen – dass sie parasitenfrei sind. Somit ist eine Entwurmung nicht notwendig. Wir können nicht ausschließen, dass diese ganzjährige, orale Kokosölgabe auch die Zeckenprophylaxe unterstützt.

Wer weitere Fragen zum großen Feld der Zeckenprophylaxe und zu Impfungen hat, kann uns – wie immer – gerne anschreiben. Vielleicht möchten einige von euch über das Zeckenjahr 2018 eine Kokosöl-Statistik an euren Hunden führen und uns die Ergebnisse im Herbst mitteilen. Dann könnten wir unsere Statistiken zusammenfließen lassen und vor dem Zeckenjahr 2019 hier veröffentlichen.

Freut euch auf den Frühling und den Sommer und lasst euch von Zeckenphobikern und -panikern nicht verunsichern. Trefft die für euch und eure Hunde richtigen Entscheidungen. Dann könnt ihr mit einem guten Gefühl in die sonnige Jahreszeit starten.

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