BLUTSPENDER HUND & KATZE

Foto: Initiative "Mensch Hund und"Foto: Initiative "Mensch Hund und"

Bluttransfusionen sind in der Humanmedizin hinlänglich bekannt. Doch auch Tiere können vom Blut ihrer Artgenossen abhängig sein. Ein hoher Blutverlust und Erkrankungen des Blutes können lebensgefährlich werden. Unfälle, Infektionskrankheiten wie Babesiose, Blutgerinnungsstörungen, Vergiftungen oder große Operationen sind nur einige Faktoren, die eine Bluttransfusion notwendig werden lassen.

Hunde und Katzen können ohne Weiteres bis zu viermal im Jahr Blut spenden.

In der Justus-Liebig-Universität in Gießen benötigten im Jahr 2016 120 Hunde eine oder mehrere Transfusionen von Blutprodukten. Dies zeigt auf, wie wichtig es, stets auf Spenderblut zurückgreifen zu können. Das Blut bzw. dessen Bestandteile sind nicht ewig haltbar. Die roten Blutkörperchen sind maximal 36 Tage verwendbar. Die flüssigen Bestandteile können tiefgefroren ein bis zwei Jahre genutzt werden.

Hendrik Lehmann von der Justus-Liebig Universität Gießen sagt zum Thema „Blutspender Hund“: „Ohne die Hilfe der zahlreichen Besitzer von Blutspenderhunden wären wir nicht in der Lage, zu jedem Zeitpunkt lebensrettende Blutkonserven für unsere Patienten vorrätig zu haben.“

Vorteile für das Spendertier

Eine Blutspende kann das Leben eines Hundes oder einer Katze retten. Blutspenden sind jedoch auch für das Spendertier von Vorteil. Halter erfahren im Rahmen der Voruntersuchung ihres Tieres die Blutgruppe und haben für den Fall, dass ihr eigenes Tier eine Bluttransfusion benötigt, die entsprechenden, lebensnotwendigen Angaben sofort zur Hand. Im Zusammenhang mit dem Blutspenden bekommen Spendertiere regelmäßige ihren Gesundheitscheck. Die Kosten werden gewöhnlich von den Tierkliniken übernommen.

Voraussetzungen für die Spende

Potenzielle tierische Blutspender müssen diverse Voraussetzungen erfüllen. Die wichtigste ist ihre Gesundheit. Das Tier darf selbst nicht medikamentenpflichtig sein und muss regelmäßige Impfungen und Entwurmungen aufweisen können. Hunde, die sich in Ländern mit erhöhtem Aufkommen von Leishmaniose, Babesiose und Ehrlichiose aufgehalten haben, werden in der  Regel in Deutschland nicht als Blutspender zugelassen. Das Gleiche gilt für Tiere, die selbst fremdes Blut erhalten haben.

Der geeignete Spender-Hund ist gesund, älter als ein Jahr, zeichnet sich durch sein ruhiges Wesen aus und wiegt mindestens 20 Kilogramm – besser noch über 25 Kilogramm.

Die typische Spender-Katze ist gesund, älter als ein Jahr und hat ein Körpergewicht von mindestens 4 Kilogramm. Wie der Hund muss sie einen vollständigen Impfstatus haben und regelmäßig entwurmt worden sein. Auch sie muss frei von Krankheiten sein und darf selbst kein Fremdblut erhalten haben. Bevorzugt werden reine Wohnungskatzen, da bei ihnen die Infektion mit dem feline Leukämievirus (FeLV) und dem felinen Immundefizienzvirus (FIV) ausgeschlossen werden können. Durch zusätzliche Blutschnelltests können Freigängerkatzen getestet werden und ebenfalls spenden.

Welche Blutgruppen dürfen wie viel spenden?

Das Blut der Tiere ist wie bei Menschen in Blutgruppen eingeteilt. Von den acht bis 12 Blutgruppen des Hundes ist insbesondere die Gruppe „DEA (Dog Erythrocyte Antigen) 1.1 negativ“ zur Transfusion geeignet. Bei Katzen sind die Spender im Hinblick auf die Blutgruppen A, B und AB zu wählen. Pro Hund und Katze werden – je nach Gewicht – zwischen 10 bis 15 Milliliter pro Kilogramm Körpergewicht (beim Hund) und 7 bis 10 Milliliter pro Kilogramm Körpergewicht (bei der Katze) Blut abgenommen.

Wo können eure Hunden und Katzen Blut spenden?

Informationen zum Beispiel zur Gewinnung, Lagerung sowie zum Transport und zur Verabreichung von Blut und Blutprodukten im Veterinärbereich findet ihr beim Bundesministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz.

Hier habt ihr schon einmal drei Blutspendestationen, an die ihr euch wenden könnt:

Blutspendedienst Berlin

Tierklinik Haar (München)

Tierklinik Stommeln (bei Köln)

Weitere Blutspendestationen – auch in eurer Nähe – findet ihr ganz leicht im Internet.

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