WEGSCHAUEN ODER RETTEN?

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Wir müssen uns schon vor unserem Gewissen entscheiden: Schauen wir weg und ignorieren das Bekannte oder zeigen wir uns emphatisch und retten?

In diesem Jahr sind bereits über 2.300 Menschen – Frauen, Männer, Kinder und Babys – bei Bootsunglücken auf dem Mittelmeer ums Leben gekommen. Im Jahr 2016 waren es insgesamt 5.022 Menschen.

Dr. Alexander Supady, Internist und Notfallmediziner an der Klinik für Kardiologie und Angiologie I des Universitäts-Herzzentrums Freiburg · Bad Krozingen, war 2016 für zwei Wochen Crewmitglied auf dem Flüchtlingsrettungsschiff Sea Watch 2, das im Mittelmeer vor der Küste Libyens patrouilliert, um Menschen aus Seenot zu retten. Nach seiner Rückkehr schilderte er die Schwierigkeiten, mit denen die Helfer konfrontiert waren.

„Wir haben in Seenot geratene Flüchtlingsboote aufgespürt und Schiffbrüchige gerettet. Viele der Flüchtlinge auf den hochseeuntauglichen Booten können nicht schwimmen, nur wenige tragen Schwimmwesten. Wenn die vollkommen überladenen Boote nicht rechtzeitig entdeckt werden und kentern, ertrinken die Passagiere qualvoll“, berichtete Dr. Supady.

Gemeinsam mit 15 weiteren freiwilligen Helfern gehörte er zwei Wochen lang der regelmäßig wechselnden Crew des Rettungsschiffs an und war dort Teil des Medical Teams, das sich um die medizinische Erstversorgung der Flüchtlinge kümmerte. In dieser Zeit war die Crew an der Rettung von mehr als 2.000 Flüchtlingen beteiligt. Viele Menschen ertranken vor ihren Augen und sie mussten Leichen bergen, auch Kinder und Säuglinge.

„Die Flüchtlingsrettung im Mittelmeer wird überwiegend von privaten Hilfsorganisationen geleistet, die auf freiwillige Helfer angewiesen sind. Darum war es mir wichtig, mich hier zu engagieren“, sagte Dr. Supady.

Leinen los!

Grund genug mit Ingo Wert im Jahr 2016 den Verein RESQSHIP zu gründen. Wie die Retter von sich selber sagen, sind sie eine motivierte Schar aus erfahrenen Seeleuten, Mediziner*innen, Journalist*innen und vielen anderen Menschen, deren moralischer Kompass aufgebracht in Richtung Süden zeigt. Einige von ihnen waren – wie Dr. Supady selbst – bereits an Rettungseinsätzen auf dem Mittelmeer beteiligt. Hier haben sie erlebt, wie dramatisch die Situation ist. Seitdem das libysche Militär und die libysche Küstenwache außerhalb ihrer Hoheitsgewässer auch unter dem Einsatz von Schusswaffen Jagd auf zivile Seenotretter macht, ist die Situation für die Retter noch bedrohlicher geworden. Ohne einen Ton dazu zu sagen, nehmen die europäischen Regierungen und die EU-Administration die Situation geradezu billigend in Kauf.

RESQSHIP sticht in See, um zu retten, statt wegzuschauen. Ziel des Vereins ist es, sich mit einem weiteren Rettungsschiff und freiwilligen Helfer*innen an der zivilen Seenotrettung im Einsatzgebiet zu beteiligen und Menschenleben zu retten.

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Was an Bord gebraucht wird? Nautische, medizinische und journalistische Erfahrung sowie das beherzte Anpacken seetüchtiger Freiwilliger. Wer nicht seefest ist, kann auch an Land helfen, indem er das Anliegen von RESQSHIP in seiner jeweiligen Stadt bekannt macht. Auch werden Menschen gesucht, die mit Informations- und Spendensammelaktionen unterstützen.

Alle Informationen findet ihr auf RESQSHIP.org

Wir haben alle keinen Einfluss darauf, an welchem Ort, zu welcher Zeit wir arm, reich, in Frieden zu Kriegszeiten, gesund oder krank auf diese Welt kommen.

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