Herbstgrasmilben und wie sie unseren Hunden zu schaffen machen

Foto: Initiative "Mensch Hund und"Foto: Initiative "Mensch Hund und"

Wie jedes Jahr im Spätsommer und darüber hinaus können die Larven der Herbstgrasmilbe unseren Hunden – aber auch Katzen und Menschen – unangenehm zusetzen. Zumeist an den Pfoten, aber auch an anderen Körperstellen ritzen die Larven mit ihren Mundwerkzeugen die oberflächlichen Hautschichten an. Mit ihrem Speichel saugen sie aufgelöstes Hautgewebe, Lymphflüssigkeit und Blut auf. Nach etwa einer Woche fällt die Larve vom Hund (Wirtstier) ab und entwickelt sich zur Milbe. Da die Milbe selbst nicht parasitisch lebt, beeinträchtigt sie Hund, Katze oder Mensch nicht.

Juckreiz an Pfoten & Co

Die oberflächlichen, für das menschliche Auge zumeist kaum bis gar nicht sichtbaren Verletzungen führen zu Juckreiz. Dies wiederum veranlasst unsere Hunde, an diesen Stellen zu kratzen, zu knabbern oder diese Stellen abzulecken. In dieser Phase kommt es nicht selten zu entzündlichen Prozessen. Das verstärkt das Kratzen, Knabbern und Lecken und ein Teufelskreis entsteht.

Bei Hunden werden insbesondere die Pfoten bzw. die Ballenzwischenräume befallen. Da der ein oder andere Hund sich aber auch gerne einmal wälzt, können auch der Rücken, der Brustbereich, die Schläfen oder die Ohren (innen und außen) betroffen sein. Die Larve ist für das menschliche Auge gerade noch als orangefarbener Punkt sichtbar. Interessant ist es, dass es Hunde gibt, die unbeeinträchtigt bleiben, obwohl sie Wiesen aufsuchen. Auf der anderen Seite gibt es Hunde, die leichte bis sehr schwere Symptome zeigen.

Apfelessig zur Prophylaxe & Symptombehandlung

Zur Prophylaxe und zur Symptombehandlung empfehlen wir Apfelessig. Tierärzte hingegen setzen hier gerne das Frontlinespray oder den Wirkstoff Selametctin ein. In beiden Fällen handelt es sich um ein Nervengift. (Bei Selametctin ist sich die Ärzteschaft über die Wirksamkeit gegen Milbenlarven nicht sicher.) Warum mit Kanonen auf Hunde schießen? Wir setzen zur Prophylaxe ein Wasser-Apfelessig-Gemisch im Verhältnis 50:50 ein. Die Pfotenballen und andere gefährdete Stellen werden unmittelbar vor dem Spaziergang/Freilauf mit diesem Gemisch eingesprüht. Sollte die Outdoor-Aktivität des Hundes länger dauern, kann man auch nachsprühen. Wenn der Hund Apfelessig aufnimmt, ist das in diesen Mengen problemfrei. Manch ein Hundemensch setzt den Alleskönner Apfelessig sogar beispielsweise bei Verdauungsstörungen des Hundes ein. Zur Juckreizbehandlung wird ein sauberes Tuch mit unverdünntem Apfelessig getränkt und die befallenen Stellen werden damit abgerieben. Die leichte Kraft des Reibens unterstützt die Wirkung des Apfelessigs beim Entfernen der Larve. In der Regel wird der Juckreiz auf diese Weise sofort gestoppt.

VORSICHT: Wenn euer Hund die befallenen Stellen schon so massiv bearbeitet hat, dass es zu offenen Stellen gekommen ist, die über den Grad einer oberflächlichen Hautverletzung hinausgehen, führt Apfelessig zu einer unangenehm brennenden Wirkung. Das ist eurem Hund nicht zuzumuten. Hier solltet ihr eure/n Tierheilpraktiker*in/Veterinär*in hinzuziehen. Alle anderen Stellen könnt ihr – wie beschrieben – mit Apfelessig oder dem Gemisch behandeln.

WICHTIG: Tägliches Vorbeugen und/oder Behandeln ist notwendig. Und das bis zum ersten Frost, weil die Larve der Herbstgrasmilbe erst dann in den Winterurlaub geht.

Allerdings ist es so, dass nicht nur die Larve der sogenannten Herbstgrasmilbe Hund, Katze und Mensch zusetzen kann. Je nach Bewuchs und Lage einer Wiese oder eines Gartens können uns Lebewesen ab dem Sommer auch Larven anderer Milben zu schaffen machen. Dem Apfelessig ist es egal – er wird bei richtiger Anwendung mit allen Larven fertig.

Was wir uns wünschen? Das der Sommer noch einmal zurückkehrt und wir ihn noch ein wenig genießen können …

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