Unterstützung für unsere Hundesenioren im Alltag

emmy

Unsere Hunde bereichern unser Leben und machen uns große Freude. Und damit sie sich bis ins hohe Alter glücklich und wohl fühlen, gibt es einiges, was wir als Leitmenschen für unsere Hunde-Senioren tun können. Je nach Größe und Konstitution des jeweiligen Hundes beginnen körperliche Veränderungen im Schnitt mit acht/neun Jahren – unter Umständen auch schon früher.

Unabhängig vom Alter unserer Hunde sollte es zu unserer Routine gehören, sie zu begutachten. Dabei sollten wir unser besonderes Augenmerk auf körperliche Veränderungen und Verhaltensveränderungen unserer Vierbeiner richten. Verhaltensveränderungen könnten unter anderem auf Schmerzen zurückzuführen sein. Zur körperlichen Begutachtung gehören auch außen liegende Genitalien, Zähne, Zahnfleisch, Augen und das komplette Ohr. Darüber hinaus kann sich auch der Geruch (Haut, Fell und Maul) unserer Hunde verändern. Dabei hat unser regelmäßiges Abtasten und in Augenschein nehmen einen großen Vorteil: Unsere Hunde gewöhnen sich an diese Prozedur und sind dann auch weitaus entspannter, wenn der Tierarzt/Heilpraktiker sie in seiner Praxis untersucht.

Aber was können wir genau tun, um es unseren älter werdenden Hunden leichter zu machen?

Auch ältere Hunde sollten sich ausreichend bewegen, um Muskulatur, Beweglichkeit und Koordination möglichst lange zu erhalten. Dazu gehört es, mehrmals täglich spazieren zu gehen. Die Möglichkeit des Freilaufs sollte natürlich auch regelmäßig gegeben sein. Gelenkschonende Spiele auf weichem Untergrund oder Futtersuchspiele halten körperlich und geistig fit. Wichtig: Solche Beutespiele sollten nicht länger als 30 Minuten pro Tag stattfinden. (Lest hierzu gern auch unseren Artikel „Den Hund zum Junkie gemacht“). Wenn ihr weiterhin größere Strecken mit eurem Senior zurücklegen wollt oder mit einer Gruppe von Hunden unterschiedlichen Alters unterwegs seid, ist das Mitführen eines Kinder-, Hundewagens und/oder Hundefahrradanhängers (gibt es auch in Kombination) sinnvoll. Der mitgeführte Wagen/Anhänger entwickelt sich zum mobilen Körbchen, in dem sich der Senior bei Bedarf ausruhen kann. Hat der Hundesenior diese Möglichkeit ritualisiert bzw. verstanden, zeigt er ganz schnell an, wann er im mobilen Körbchen sein Päuschen machen möchte. So lassen sich auch mit Senioren weiter entfernte Ziele – wie zum Beispiel der geliebte Badesee – erreichen.

Damit sich unsere Hunde zum Essen und Trinken nicht hinunter beugen müssen, sollten wir Futter- und Wassernäpfe erhöht positionieren. Auch ist es hilfreich, den Futter- und Trinkplatz mit einer rutschfesten Unterlage zu versehen.

Viele Hundesenioren müssen sich häufiger befreien (Blase) und lösen (Darm) als in jungen Jahren und sie müssen häufiger  nach draußen gelassen werden.

Hohe oder niedrige Temperaturen sind für ältere Hunde besonders anstrengend. Im Sommer sollte für die nötige Kühlung gesorgt werden. An heißen Sommertagen verlegen Leitmenschen die Spaziergänge möglichst auf die kühleren Stunden am frühen Morgen oder am späten Abend – gerne auch in besonders schattige Waldbereiche. Im Winter müssen unsere Hundesenioren warm gehalten werden. Ein Mantel oder ein Pullover leisten dabei draußen gute Dienste. Regen kann zu Verdampfungskälte führen. Hier hilft ein Regenmantel. Zuhause angekommen sollte der Hund gut abgetrocknet und danach – wenn er sich seinen Ausruhplatz gesucht hat – zugedeckt werden. Zugluft macht Hunde, unabhängig vom Alter, krank.

Rutschsichere Böden in Haus und Wohnung vermeiden ein schmerzhaftes Ausrutschen. Unter Teppichen hilft ein Rutschschutz und Yogamatten o. Ä. an Stellen, an denen der Hund gerne liegt, ermöglichen ein einfacheres Aufstehen.

Wichtig ist auch ein gemütlicher und qualitativ hochwertiger Schlafplatz, der den alten Gelenken gut tut. (Den kann man auch selber machen. Einfach Schaumstoff in der gewünschten Stärke und Größe im Fachhandel bestellen und mit einem Wunschstoff beziehen.) Nicht nur ältere Hunde brauchen Ruhe und einen sicheren Rückzugsort, an dem sie nicht gestört werden, sondern auch junge. Deshalb ist es wichtig, dass ihr für euren geliebten Vierbeiner (unabhängig vom Alter) genau diesen Rückzugsort schafft. Häufig lassen mit dem Alter auch das Gehör und andere Sinnesleistungen nach. Aus diesem Grund sollten insbesondere unsere ruhenden Senioren nicht erschreckt oder unsanft geweckt werden.

Eine große Erleichterung gerade für Hunde, die nicht mehr so gut laufen oder Treppen steigen können, bietet eine Rampe vor bzw. im Haus. Sprünge von der Couch oder dem Bett werden besser vermieden, auch hier tun Aufstiegshilfen (Kindertreppchen aus dem Möbelhandel) gute Dienste. Für Hundesenioren hat sich eine klappbare Rampe, die im Auto mitgeführt wird, als sehr nützlich erwiesen. Mit ihr kann der Hund komfortabel ein- und aussteigen, ohne seine Gelenke durch Sprünge schmerzhaft zu belasten.

Mindestens einmal jährlich sollte ein Routine-Alterscheck inklusive einer Blutuntersuchung beim Tierarzt/Tierheilpraktiker auf dem Plan stehen, selbst wenn der Hund augenscheinlich gesund ist. So können etwaige Krankheitsanzeichen frühzeitig erkannt und behandelt werden. Generell sind gesundheitliche Probleme nicht als bloße Alterserscheinungen hinzunehmen, sondern immer mit dem Tierarzt/Tierheilpraktiker zu besprechen und ggf. zu behandeln.

Einige unheilbare Krankheiten sind nicht mehr mit einem artgerechten Leben vereinbar. Wenn es keine Aussicht mehr auf Besserung gibt, kann es notwendig werden, den Gefährten von seinem Leiden zu erlösen – bevor es sich ins Unerträgliche steigert. Die Entscheidung, wann es Zeit ist, den geliebten Vierbeiner gehen zu lassen, ist für den Leitmenschen oft unendlich schwer. Unterstützend können dabei Gespräche innerhalb der Familie und/oder Freunden sein, die schon Erfahrungen mit dem Loslassen ihres geliebten Hundes hatten. Wenn die Zeit gekommen ist, sollte dafür gesorgt werden, dass es zuhause und im Kreise der Familie geschieht. Intensiv gehen wir auf dieses Thema in unserem Buch „Mensch Hund und“ ein.

Weitere Fragen zu diesem Thema könnt ihr wie immer gern an uns richten …

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